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Die Coxa saltans oder schnappende Hüfte – Krankheitsverlauf, Symptome und Therapie

Knackende Geräusche in den Gelenken kennt jeder. Seltener ist eine fühl- und hörbar schnappende Hüfte. Die Erkrankung wird Coxa saltans genannt und – das die gute Nachricht – lässt sich gut behandeln. Eine mögliche Therapie sind etwa Faszienübungen und Krankengymnastik, um das Geräusch und eventuelle Schmerzen wieder zu reduzieren. Alles rund um das Thema „Coxa saltans“ haben wir dir hier zusammengestellt.

Was ist eine Coxa saltans?

Die Coxa saltans ist eine Erkrankung, die auch schnappende Hüfte genannt wird. Das liegt daran, dass eine Folge der Erkrankung Schnappgeräusche im Hüftgelenk sind, wenn dort bestimmte Knochenteile hängenbleiben. Du kannst das nicht nur hören, sondern auch fühlen. Der Vorgang ist zwar nicht immer schmerzhaft, kann jedoch bei starker und anhaltender Belastung Schmerzen auslösen. Die Beschwerden treten aufgrund verschiedener Ursachen auf: Entweder kommt es zu einer Veränderung und zum Springen der Faszie am äusseren Oberschenkel und im Bereich der Hüfte oder es liegt eine Irritation des Pfannenrands oder des Oberschenkelkopfes durch die Sehnen vor.

Welche Symptome und Beschwerden treten bei dieser Erkrankung auf?

Wie der Name schon sagt, kommt es bei der schnappenden Hüfte zu geräuschvollen und schmerzhaften Schnappvorgängen im Hüftgelenk. Das geschieht immer dann, wenn du das Gelenk belastest, beugst oder ausstreckst, darunter beim Gehen oder bei Wiederaufrichten aus einer Hocke. Genauso können die Schmerzen wegfallen und du spürst nur das Schnappen ohne weitere Beschwerden. Erst wenn eine zusätzliche Reizung dazukommt, entsteht der Schmerz.

Wie lassen sich Hüftgeräusche und Hüftschmerzen behandeln?

Bei einer klinischen Diagnostik untersucht der Arzt deine Hüfte und kann das Schnappen in der Regel mit der Hand ertasten oder mit dem Ohr hören. Die Beschwerden können mit einer Schleimbeutelentzündung einhergehen. Dann schwillt der Bereich der Hüfte und des Hüftgelenks an und ein Röntgenbild wird erforderlich. Die Therapie erfolgt nach dem Befund entweder medikamentös, wenn Schmerzen vorliegen, oder durch Krankengymnastik und Dehnmassnahmen. Vorab findet eine Laufbandanalyse statt, um Haltungsfehler oder eine mögliche Hüftfehlstellung zu erkennen. Passende Kräftigungsübungen können eine erste Hilfe sein, ebenso eine Prüfung des Schuhwerks, ob eventuell Einlagen notwendig sind. Halten die Schmerzen an, liegt vielleicht eine Entzündung vor, sodass eine Infiltration hilfreich ist, die den Bereich lähmt oder betäubt. Reicht die Hilfe durch eine konservative Therapie nicht aus, bleibt nur ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Schleimbeutel entfernt wird oder eine Verlängerung oder Fixation der Sehnenplatte (Tractus iliotibialis) angestrebt wird.

Welche Hilfe bieten Übungen bei Schmerzen in der Hüfte?

Gymnastik, Faszientraining und andere Trainingsübungen sind schonend und schmerzfrei. Sie sollen die Verflüssigung der Faszien und die Auflockerung des Bindegewebes erzielen. Hilfe bieten Übungen wie:

  • Hüftbeuger
  • Hüftstrecker
  • Beinabspreizen im Kreis nach aussen
  • Dehnungsmassnahmen in der Rückenlage oder im Stehen
  • Beckenanheben
  • Hüft- und Kniegelenkanhebung
  • Grätsche
  • Einbeinstand

Wie fühlt sich eine schnappende Hüfte an?

Die Erkrankung zeigt sich häufig als Gefühl, als ob die Hüfte instabil oder sogar ausgerenkt ist. Du bemerkst das bei bestimmten Bewegungen oder beim normalen Gehen und auch beim Sport oder ähnlichen Aktivitäten. Das Hüftgelenk knackt, schnappt oder springt als Sehne über. Dabei ist die Ursache meist muskulär oder funktionell bedingt und hat mit Faszien oder der Knochenteilbewegung zu tun. Die Coxa saltans kann als inneres oder äusseres Schnappen der Hüfte auftreten und beeinträchtigt den Alltagsablauf oder die sportliche Betätigung. Bei der äusseren Form sind Schmerzen selten. Die innere Coxa saltans bewirkt einen länger anhaltenden Reizprozess, bei dem auch die Nerven betroffen sind oder Folgeerkrankungen auftreten. Das verursacht leichtere oder stärkere Schmerzen, die nicht direkt durch das Schnappen der Hüfte ausgelöst werden.

Was sind die Ursachen für die Coxa saltans?

Die Ursachen einer schnappenden Hüfte sind meistens Fehlhaltungen oder eine Überbelastung. Allgemein lassen sich diese jedoch nicht benennen, da es eine innere und äussere Coxa saltans gibt. Dabei entsteht eine Hemmung, durch die die Sehne nicht richtig über den Knochenvorsprung gleitet und es zum Geräusch und zum Schnappen kommt. Die Erkrankung entsteht ebenfalls, wenn eine Verdickung der Gelenkkapsel im Hüftgelenk, des sehnigen Ansatzes oder der Sehnenplatte vorliegt. Auch in diesem Fall erfolgt der Bewegungsablauf nicht mehr reibungslos, während gleichzeitig die Hüftstruktur überbelastet wird. Auslöser dafür können folgende sein:

  • Reiten
  • Gymnastik
  • Ballett
  • Hüftgelenkverletzungen
  • Schleimbeutelentzündungen

Die schnappende Hüfte kann ebenfalls durch eine muskuläre Dysbalance verursacht werden. Das betrifft dann die umgebende Muskulatur im Hüftgelenk. Die Sehnenplatte und die an ihrer Bewegung beteiligten Muskeln werden nicht richtig abgefangen, wenn sie nicht trainiert werden. Bewegungsmangel oder die übliche Schonhaltung verschlimmern die Instabilität und reduzieren den Funktionsumfang der Hüfte.

Welche Therapie hilft bei Coxa saltans?

Die Diagnose erfolgt im Bereich der Orthopädie anhand der Symptome und des Untersuchungsbefunds der körperlichen Untersuchung. Du wirst gebeten, dein Bein abzuspreizen, zu beugen und zu strecken, um das Schnappen auszumachen. Steht der Befund, helfen:

  • Stosswellentherapien (Behandlung mit Druckwellen über einen Schallkopf auf den betroffenen Bereich, die den Zellstoffwechsel anregen)
  • Ultraschall (Prüfung, ob Flüssigkeitsansammlungen auftreten)
  • Triggerpunkttherapie (Akupressur auf die Stellen, an denen Verhärtungen der Muskelfasern vorliegen)
  • Kinesiotape (Stabilisierung der Hüfte mit einem selbstklebenden und elastischen Band)
  • Physiotherapie