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Oberschenkelhalsbruch im Alter: Symptome, Ursachen und mögliche Behandlungen

Das Risiko für einen Sturz auf regennasser Strasse, beim Treppensteigen oder in der Dunkelheit ist vor allem bei älteren Menschen hoch. Da die Knochen im Alter weniger robust sind, ist es dann nicht immer mit blauen Flecken getan. Die Folge können auch Knochenbrüche sein, betroffen ist dabei nicht selten der Oberschenkelhals. Welche Symptome sich bei der Oberschenkelhalsfraktur im Alter zeigen und welche Risikofaktoren eine Fraktur begünstigen, erfährst du in unserem Ratgeber. Wir erklären zudem, was du bei einem Verdacht auf einen Bruch des Oberschenkelhalses tun solltest und wie dieser behandelt wird.

Was ist ein Oberschenkelhalsbruch und welche Ursachen gibt es dafür?

Bei einer Schenkelhalsfraktur handelt es sich um einen Bruch des längsten Knochens im menschlichen Körper – des Oberschenkelknochens. Dieser bricht in der Nähe der Verbindungsstelle zum Hüftkopfknochen, am sogenannten Oberschenkelhals. Auslöser beziehungsweise Ursache für diese Fraktur ist in der Regel immer ein seitlicher Sturz. Betroffen sind dabei fast ausschliesslich ältere Menschen, da deren Knochen im Alter weniger robust sind. Menschen mit Osteoporose sind deshalb besonders gefährdet. Wichtig: Ein Oberschenkelhalsbruch im Alter gehört zu den häufigsten Ursachen für die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen und damit für eine Pflegebedürftigkeit.

Welche Symptome äussern sich bei einer Schenkelhalsfraktur?

Eine Fraktur des Oberschenkelhalses im Alter ist für die Betroffenen meist mit starken Schmerzen verbunden. Diese treten vorzugsweise im Becken- und Hüftbereich auf, können aber auch nach unten zu den Beinen sowie nach oben in den Rücken ausstrahlen. Bewegungen der Hüfte und des Beins sind in der Regel nicht mehr schmerzfrei teilweise sogar gar nicht mehr möglich. Teilweise treten als weitere Symptome an der Hüfte auch Schwellungen und Blutergüsse auf. Liegen nach einem Bruch die beiden Knochen nicht mehr aufeinander, kann sich das Bein zudem verkürzen beziehungsweise unnatürlich nach aussen verdrehen. Ein Hinweis: Es kann auch vorkommen, dass Oberschenkelhalsbrüche keine Schmerzen verursachen. In diesem Fall bleibt die Fraktur meist unbemerkt, was zu deutlichen Komplikationen führen kann. Nicht oder zu spät behandelte Oberschenkelfrakturen erhöhen auch das Sterblichkeitsrisiko um ein Vielfaches.

Welche Risikofaktoren ausser Osteoporose begünstigen einen Oberschenkelhalsbruch im Alter?

Dass es zu einem Oberschenkelhalsbruch durch einen Sturz kommt, wird bei älteren Menschen durch einige Risikofaktoren begünstigt. Diese sind:

  • eine Abnahme der motorischen Fähigkeiten, die sich in einer zunehmenden Unbeweglichkeit und mit Koordinationsschwierigkeiten äussern können
  • schlechte Witterungsbedingungen, zum Beispiel Nässe und Glätte auf Strassen
  • Medikamenteneinnahme und Alkoholkonsum
  • Stolperfallen, wie beispielsweise Stufen

Darüber hinaus können auch Vorerkrankungen dazu beitragen, dass du dir bei einem einfachen Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zuziehst. Das sind:

  • Osteoporose
  • Parkinson
  • Alzheimer
  • Demenz
  • Herz-Kreislauf- und Nervenerkrankungen

Wie wird eine Oberschenkelhalsfraktur diagnostiziert?

Bei einem Verdacht auf eine Oberschenkelhalsfraktur sollte die betroffene Person umgehend entweder einen Facharzt im Bereich Orthopädie kontaktieren oder im besten Fall sogar direkt ins Krankenhaus in die Unfallchirurgie gebracht werden. Für eine exakte Diagnose muss der Hüftbereich geröntgt werden. Anhand der Röntgenaufnahmen erkennen Ärzte meist direkt, ob der Oberschenkelhals gebrochen ist. Bei Menschen mit fortgeschrittener Osteoporose müssen andere bildgebende Verfahren, wie die Magnetresonanztomografie oder die Computertomografie, eingesetzt werden, da infolge des Knochenschwunds der Bruch auf dem Röntgenbild nicht mehr eindeutig ersichtlich ist.

Wie werden Oberschenkelhalsbrüche behandelt?

Bei einer Oberschenkelhalsfraktur im Alter ist in der Regel eine Operation notwendig. Um eine zusätzliche Verletzung der Gefässe und eine Unterbrechung der Blutversorgung zwischen Oberschenkel- und Hüftknochen zu verhindern, sollte diese sogar unverzüglich innerhalb von 24 Stunden nach dem Bruch erfolgen. Bei der Operation kommen zwei Methoden beziehungsweise Therapien infrage:

  • die hüftkopferhaltende Operation: Die gebrochenen Stücke des Knochens werden wieder in die richtige Position gebracht und dort mit Platten, Implantaten und Schrauben fixiert.
  • die hüftkopfersetzende Operation: Der Chirurg ersetzt den Oberschenkelkopf und die Hüftpfanne durch ein künstliches Hüftgelenk. Vor allem bei älteren Patienten wird diese Methode meist bevorzugt.

Wie ist die Prognose nach einem operierten Oberschenkelhalsbruch im Alter?

Wie gut die Chancen auf eine schnelle Genesung des Patienten stehen, hängt von mehreren Faktoren, darunter auch vom Alter sowie mögliche Vorerkrankungen, ab. Eine Rolle spielen zudem die Lebensgewohnheiten der Person und wie fit und beweglich sie vor der Operation war. Um den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen, sollten immer die weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Rehabilitationsmassnahmen berücksichtigt werden. Wichtig ist es zudem, den Patienten zeitnah wieder zu mobilisieren.

Wann wird ein Oberschenkelhalsbruch ohne eine Operation behandelt?

Nur in seltenen Fällen ist es möglich, den Oberschenkelhalsbruch im Alter ohne einen chirurgischen Eingriff zu behandeln. Mindestens eine der folgenden Voraussetzungen muss dafür erfüllt sein:

  • Es liegt nur eine leichte Fraktur vor.
  • Der Bruch ist nicht verschoben und stabil.

Für den Heilungserfolg stellt der Arzt das Bein des Patienten ruhig, Bewegungen und Belastungen sind jetzt für eine längere Zeit tabu – diese Behandlung kommt daher nur bei sehr disziplinierten Patienten infrage.

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