Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Osteopathen in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Verklebte Faszien – eine häufige Ursache von Schmerzen

Verklebte Faszien – eine häufige Ursache von Schmerzen

Lange Zeit galt das Bindegewebe medizinisch als uninteressant. Inzwischen ist bekannt, dass die kollagenhaltigen Faszien ein zentraler Bestandteil der körperlichen Gesundheit sind. Die Faszien umhüllen und verbinden Muskeln, Sehnen und Knochen und umspannen den kompletten Körper wie ein Netz. Verklebte Faszien können deshalb die Ursache für zahlreiche Beschwerden sein. Das gilt besonders für Schmerzen, für die Ärzte lange Zeit keine richtigen Ursachen ausfindig machen konnten – wie etwa die weit verbreiteten Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache. Heute ist jedoch klar, dass verklebte Faszien zu Schmerzen und Beschwerden überall im Körper führen können.

Was sind Faszien?

Faszien sind zentrale Bestandteile des Bindegewebes. Sie umspannen und umhüllen die Organe, Muskeln, Knochen, Sehnen, Bänder und Gefässe. Dieses Gewebe hält die verschiedenen Teile zusammen und verbindet sie miteinander. Neben dieser Stabilität dienen die Faszien zudem als Wasserspeicher und sind ein wichtiger Teil des Immunsystems. Faszien bestehen zum grossen Teil aus Kollagenfasern, diversen Klebstoffen und Wasser. Ihre Struktur ähnelt einem festen, aber elastischen Bündel oder Band, worauf auch der lateinische Bergriff „Faszie“ hinweist.

Wie hängen Gewebe, Muskeln und Nerven zusammen?

Es gibt drei verschiedene Arten an Faszien, die unterschiedliche Funktionen erfüllen:

  • oberflächliche Faszien: Diese liegen im Unterhautgewebe und verbinden Organe und Gewebe miteinander. Sie ermöglichen das Verschieben von Organen und speichern zudem Wasser und Fett.
  • tiefe Faszien: Sie umschliessen Muskeln, Knochen, Sehnen und Gelenke. Zudem sitzen sie innerhalb der Muskeln zwischen den einzelnen Fasern. Die tiefen Faszien haben sensorische Rezeptoren und reagieren somit auf Temperaturänderungen sowie mechanische oder chemische Reize. Dazu kommt, dass in diesem Bereich auch die peripheren Nervenenden liegen – und damit jede Menge Schmerzrezeptoren.
  • viszerale Faszien: Sie betten das Gehirn und die inneren Organe wie etwa Herz und Lunge in eine schützende Faszienschicht ein.

Warum verkleben Faszien?

Verklebte Faszien sind vor allem das Resultat von Bewegungsmangel. Aufgrund zu geringer Muskelaktivitäten gerät der Lymphfluss ins Stocken. Das führt letztlich dazu, dass ein Stau beim Abtransport von Schadstoffen den körpereigenen Klebstoff Fibrin bildet, der wiederum das Gewebe verklebt. Deshalb können auch Verspannungen in den Muskeln, die ebenfalls zu weniger Aktivität führen, zum Verkleben der Faszien führen. Tendenziell begünstigen sämtliche einseitigen und lange ausgeführten Aktivitäten im Alltag verklebte Faszien. Dazu zählt insbesondere langes und häufiges Sitzen oder Arbeiten am Computer. Allerdings kann auch eine zu hohe sportliche Belastung den Faszien schaden. Weitere mögliche Auslöser für verklebte Faszien sind ausserdem Stress und eine Übersäuerung des Körpers.

Welche Beschwerden bringen verklebte Faszien?

Da an den tiefen Faszien zahlreiche Nerven und damit Schmerzrezeptoren liegen, können verklebte Faszien zu Schmerzen in praktisch allen Körperregionen führen. Am häufigsten betroffen sind jedoch Rücken, Nacken, Schulter, Bauch sowie allgemein die Gelenke. Manchmal können Betroffene diese Schmerzen nur schwer beschreiben und lokalisieren. Ausserdem bringen verklebte Faszien oftmals eine mitunter drastische Bewegungseinschränkung mit sich. Das Beugen und Strecken der Gelenke ist schmerzhaft und nur eingeschränkt möglich. Dies wiederum kann zu einem Teufelskreis führen, wenn Betroffene deshalb Bewegungen vermeiden oder Schonhaltungen annehmen.

Was haben verklebte Faszien mit Rückenschmerzen zu tun?

Rückenschmerzen sind eine sehr häufige Problematik in modernen Gesellschaften, deren Ursachen zugleich früher nicht immer erfolgreich geklärt werden konnten. Heute wissen Mediziner, dass bei Schmerzen im unteren Rücken die verklebten Faszien eine ganz entscheidende Rolle spielen. So ist bei Rückenschmerzen in nur etwa 20 Prozent der Fälle ein Bandscheibenvorfall die Ursache. Bei den anderen 80 Prozent zählen verklebte Faszien zu einer sehr häufigen Ursache. Der Grund dafür liegt darin, dass es in der Lumbalfaszie, die durch den unteren Rücken verläuft, sehr viele Nerven und somit ganz besonders viele Schmerzsensoren gibt. Zudem verklebt die Faszie speziell bei langen sitzenden Tätigkeiten ohne Bewegungsausgleich.

Wie erkenne ich verklebte Faszien?

Es gibt eine Reihe von Anhaltspunkten, um herauszufinden, ob verklebte Faszien die Ursache für deine Probleme darstellen. Die typischen Symptome sind:

  • die Beschwerden treten nur auf einer Körperseite auf
  • Bewegung reduziert den Schmerz
  • der Schmerz ist grossflächig und strahlt aus
  • der Schmerz ist unklar, schwer zu lokalisieren und zu beschreiben
  • das Strecken fällt schwer und es gibt mangelnde Beweglichkeit
  • die Ursachen sind auch vom Arzt schwer zu erkennen

Wie löse ich verklebte Faszien?

Generell gibt es zwei Wege zum Lösen der Verklebungen von Faszien: passive und aktive Massnahmen. Zu den passiven Massnahmen zählen vor allem Massagen und sonstige manuelle Methoden. Diese finden im Rahmen von professionellen Behandlungen durch Physiotherapeuten oder Ärzte statt. Mit speziellen Hilfsmitteln wie der Faszienrolle oder kleineren Massagebällen können Betroffene manche Verklebungen auch selbst lösen. Vor allem aber regt diese Art der Massage, richtig ausgeführt, die Durchblutung und den Lymphfluss an. Zu den aktiven Massnahmen zählen hingegen Dehn- und Bewegungsübungen. Zur Vorbeugung gibt es Faszientraining, das aus sehr ähnlichen Methoden besteht. Darüber hinaus ist generell Bewegung sowohl bei akuten verklebten Faszien als auch zur Prävention immer ein massgeblicher Faktor. Dazu zählt nicht in erster Linie sportliche Betätigung, sondern eher die Bewegung im Alltag – wie etwa Spazierengehen.

Der Osteopathievergleich für die Schweiz. Finde die besten Osteopathen in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Osteoporose: Symptome und Behandlungsformen bei Knochenschwund

Osteoporose ist eine Erkrankung, die den Abbau von Knochensubstanz beschreibt. Der medizinische Fachbegriff stammt aus dem Griechischen, „Osteo“ steht für Knochen und „Porose“ für Poren. Auf Deutsch heisst die Krankheit Knochenschwund. Die hauptsächlichen Symptome der Osteoporose sind Knochenbrüche, die bereits durch das Gewicht des Körpers verursacht werden. Ausserdem treten beständige Schmerzen im knöchernen Stützapparat auf und es kann sich ein sogenannter Rundrücken ausbilden. Ursache für die Frakturen ist eine Abnahme der Knochendichte, die bei fortschreitendem Verlauf zu weiteren Beschwerden führt. Die Osteoporose verursacht schwere Symptome, die die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und eine Wirkung auf die allgemeine Gesundheit besitzen.

Die Polyvagal-Theorie – die 7 wichtigsten Fragen zur Behandlungsmethode für Traumapatienten

Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, warum du dich im Umfeld vertrauter Personen sicher fühlst, während du bei anderen Begegnungen ein Gefühl des Unwohlseins und der Gefahr verspürst? Selbst ein Baby empfindet die Umarmung einer ihm fremden Person als unangenehm und beginnt zu weinen. Eine mögliche Antwort auf diese Frage liefert der Prozess der Neurozeption, den der US-amerikanische Arzt Stephen Porges in seiner Polyvagal-Theorie entwickelt. Diese unbewusste Wahrnehmung in deinem Gehirn bestimme, ob Situationen sicher oder gefährlich eingeschätzt werden. Wir beantworten dir hier die wichtigsten Fragen zur Polyvagal-Therapie und wie sie hilfreich in der Traumatherapie eingesetzt wird.

Os sphenoidale – Wissenswertes über ein Wunderwerk der Natur

Os sphenoidale, so bezeichnet der Mediziner einen wichtigen Knochen, der verborgen im Schädel liegt. Während Stirn, Schläfen und Schädelbasis vielen bekannt sind, ist den meisten Menschen die Existenz des Os sphenoidale, des Keilbeins gar nicht bewusst. Dieses komplex gebaute Wunderwerk der Natur fällt uns erst dann auf, wenn Störungen in seinem Bereich auftreten. Zum Glück geschieht das eher selten. Unternimm mit uns einen Ausflug in die Anatomie des Kopfes, jenes bedeutenden Körperteils, das unser Gehirn und die wichtigsten Sinnesorgane aufnimmt!